Energieerzeugung aus landwirtschaftlichen Abfällen

Erneuerbare Energie und Verwertung von tierischen Abfällen in Coccaglio
Eine 300-kW-Biogasanlage ermöglicht es dem Landwirtschaftsbetrieb Zotti, tierische Abfälle in elektrische Energie umzuwandeln, wodurch Betriebsprozesse optimiert und die Betriebskosten gesenkt werden.

Zahlen & Fakten

Anwendungsgebiet:
Biogasanlagen und Biomethananlagen
Land:
Italien
BHKW:
agenitor 408
el/th Leistung (kW):
300 kWel / 308 kWth
Betreiber:
Azienda Agricola Zotti Luigi

Der Landwirtschaftsbetrieb Zotti Luigi hat seinen Sitz in Coccaglio in der Provinz Brescia und ist ein Viehzuchtbetrieb mit einer Herde von etwa 500 Milchkühen (100 trockengestellte Kühe und 400 Färsen). Die bewirtschaftete Fläche des Betriebs beträgt 120 Hektar, bestehend aus Eigentum und gepachteten Flächen.

Im Rahmen einer auf Effizienz und Nachhaltigkeit ausgerichteten Entwicklung hat der Betrieb die Möglichkeit geprüft, die täglich anfallenden tierischen Abfälle zu verwerten und sie in eine energetische und agronomische Ressource umzuwandeln.

Deshalb wurde im Jahr 2025 eine 300-kW-Biogasanlage in Betrieb genommen, die auf einem Ein-Tank-Fermenter mit einem Durchmesser von 28 Metern und einer Höhe von 7 Metern basiert. Das Herzstück der Anlage ist eine KWK-Anlage des Typs agenitor 408, das von 2G Italia geliefert wurde.

Die Wahl der 2G-Technologie erfolgte im Hinblick auf maximale Energieeffizienz und langfristige Zuverlässigkeit. Die Anlage arbeitet ausschließlich mit betriebseigenen Ressourcen, ohne auf externe Biomasse zurückzugreifen. Bereits im ersten Betriebsjahr hat sich gezeigt, dass die Substratverfügbarkeit optimal auf die Dimensionierung der Anlage abgestimmt ist.

Parallel dazu hat das Unternehmen ein Nitrat-Denitrifikationssystem installiert, um die geltenden Vorschriften der Nitratrichtlinie vollständig einzuhalten.

Die Einführung der Biogasanlage hat in vielerlei Hinsicht konkrete Vorteile gebracht.

  • Kreislauffähige Wiederverwendung von Nährstoffen: Der Gärrest wird in einen flüssigen Anteil, der intern wiederverwendet wird, und einen festen Anteil, der zur Düngung der betriebseigenen Flächen dient, aufgeteilt.
  • Reduzierung der Kosten für Düngemittel: Die Verwendung von Gärresten ermöglicht erhebliche Einsparungen beim Kauf von chemischen Düngemitteln, insbesondere solchen auf Stickstoffbasis.
  • Kosteneinsparungen für Strom: Die erzeugte und in das nationale Netz eingespeiste Energie generiert Einsparungen in Höhe von etwa 1.500 Euro pro Tag und trägt damit erheblich zur wirtschaftlichen Stabilität des Betriebs bei.


Insgesamt beschränkt sich die Biogasanlage nicht nur auf die Erzeugung erneuerbarer Energie, sondern ist auch ein Instrument zur Optimierung der Betriebsführung, das tierische Abfälle in wertschöpfende Ressourcen umwandeln kann.

Mit Blick auf die Zukunft plant der Landwirtschaftsbetrieb Zotti Luigi eine Vergrößerung des Viehbestands um etwa 50 % dank des Zugangs zu den Maßnahmen PSR 1 und PSR Tierschutz. Darüber hinaus sind neue Strukturen zur Verbesserung der Organisation, der Stallbewirtschaftung und der Gesamtproduktivität geplant.

Angesichts dieses Wachstums erwägt das Unternehmen den Bau einer zweiten 300-kW-Biogasanlage, um die Produktionsausweitung bei gleichzeitig hoher Energieeffizienz und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit zu begleiten.